Antrag der Wählergruppe NEU für die Niersteiner Stadtratssitzung am 10.12.2019

Nierstein und Schwabsburg haben zwei Fußballplätz, die vor nicht allzu langer Zeit als Kunstrasenplatz angelegt bzw. umgebaut wurden.

Beide verfügen über ein Kunststoffgranulat, dass durch den Sportbetrieb zerrieben, in die Kanalisation abgespült und über den Rhein in die Nordsee verfrachtet wird. Dort und auf dem Weg dorthin werden die Granulatreste mikrofein zermahlen und durch Fische und Mikroorganismen gefressen und somit in die Nahrungskette aufgenommen. Es wurde vielfach nachgewiesen, dass Plastik in Tiermägen zu qualvollem Verenden führt und dass viele Kunststoffsorten im Organismus wie Hormone und damit schädlich wirken. Neuerdings gibt es auch Nachweise von Mikroplastik im Grundwasser. Es muss also aus diversen Gründen vermeiden werden, Plastikpartikel in Umlauf zu bringen.
Inzwischen gibt es für das Granulat in Kunstrasenplätzen den Ersatzstoff Kork, der diese nachteiligen Eigenschaften nicht hat. Abgeriebener Kork wird auch ausgespült, schwimmt in der Kläranlage aber an der Oberfläche und kann dort abgesaugt werden. Selbst der DFB hat inzwischen diese Problematik erkannt und fordert grundsätzlich den Austausch solchen Füllmaterials.
Die Niersteiner Stadtverwaltung soll mit diesem Antrag beauftragt werden, die Kosten für einen Austausch Kork- gegen Kunststoffgranulat zu ermitteln und prüfen, inwieweit Fördermittel (Bund, Land, EU, Ehrenamtsförderung) greifen. Da sich nur der Schwabsburger Trainingsplatz im Stadtbesitz befindet, soll das Gespräch mit dem Kreis für einen Austausch des Granulats auch auf dem Realschulplatz gesucht werden.

Nierstein, am 01.12.2019

Thomas Gehring
Fraktionssprecher der Wählergruppe NEU e.V.

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