Nierstein, am 03.05.2021

„Immer wieder habe ich versucht, die Verantwortlichen für das Thema zu sensibilisieren – aber wie so oft muss immer erst was passieren, bevor Missstände wirklich wahrgenommen werden“, ärgert sich Stadträtin und Ausschussmitglied Sabine Rieß nach dem schweren Unfall eines ortsunkundigen Radfahrers mit einem ICE am vergangenen Freitag.

Ein Problem ist die Wegführung von Nierstein nach Mainz: Fahren Radler die B9 entlang, dann gibt es nur ein einziges, kleines gelbes Schild, das in circa drei Metern Höhe an einem Laternenmast angebracht ist und deshalb leicht übersehen wird – und damit beinahe die letzte Möglichkeit, von der Bundesstraße abzufahren und die Bahntrasse rechts liegen zu lassen, um durch die Wingerte zu kommen: die kleine Unterführung erkennt nur, wer weiß, dass sie existiert. „Schon lange versuchen wir, auf dieses Problem aufmerksam zu machen“, so Jutta Gärtner, ebenfalls NEU-Ausschussmitglied. „Beim letzten Mal versicherte uns der für Tourismus zuständige Beigeordnete Otto Schätzel im Juli 2020, dass die Stadt mit dem Eigentümer des damals im Bau befindlichen Gebäudes vereinbart hatte, große Piktogramme auf der Wand aufzubringen, damit Fahrradfahrer deutlich erkennen, wo es langgeht. Und auch auf dem Straßenasphalt sollten entsprechende Hinweise entstehen, damit auch den Autofahrern klar wird, dass hier Räder kreuzen und damit die Radler wissen, dass sie nach links raus können.

Angeblich wollte das LBM in Worms solche nicht anbringen, weil sie diese KFZ´ler ablenken könnten. Die Neubauten sind lange fertig, verputzt und gestrichen – von Piktogrammen keine Spur!“

„Wir fordern die Verwaltung nachdrücklich auf, zu handeln und diese und andere Gefahrenstellen insbesondere für ortsunkundige Radfahrer schnellstmöglich zu beseitigen!“ verlangt NEU-Chef Thomas Gehring, und stellt fest: „Es ist wirklich unerträglich, wie gute Vorschläge, Impulse und Hinweise aus der Bürgerschaft immer wieder ignoriert werden – während sich Verwaltungen hinter Corona und anderen Vorwänden verstecken und viel zu oft die Hände in den Schoß legen!“


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