Sehr geehrter Herr Günther,

Herr Stubbe und Herr Ahr, die für die CDU zu retten versucht haben, was zu retten war, haben also strategische Fehler gemacht, damit die Stammwähler der CDU verprellt und somit den Verlust von fünf Sitzen im Stadtrat verschuldet. Eine bemerkenswerte, abenteuerliche und böse Wahlanalyse.

Herr Günther, Ihre Politik ist der strategische Fehler, Sie und die Off-Road- und Brückchen Süd Anhänger in Ihren Reihen haben das CDU Debakel zu verantworten.

Die SPD hat selbstverständlich ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Sie hat die meisten Stimmen erhalten, sich gegen den Trend behauptet und „nur“ zwei Mandate verloren. Eine beeindruckende Leistung und Lohn dafür, im Stadtrat klar Stellung bezogen und einen intensiven Wahlkampf geführt zu haben sowie mit einer glaubwürdigen Kandidatin für das Bürgermeisteramt angetreten zu sein.

Vielen Dank für die lobende Erwähnung unseres Wahlkampfs, der natürlich wesentlich mehr war und ist als „kluges Marketing“. Wir wurden gewählt, weil unsere politischen Standpunkte von vielen Menschen geteilt werden, wir eine neue Politik für Nierstein und Schwabsburg machen wollen und mit eigenständigen Personen überzeugen konnten.  

Abgesehen von all dem, ist es wirklich bemerkenswert, wie sie sich quasi in einem Atemzug widersprechen:

„Wie Sie wissen, habe ich mich als Amtsinhaber neutral zu verhalten. Daran halte ich mich selbstverständlich.“

Sie tun es selbstverständlich nicht, sondern sprechen eine eindeutige Empfehlung aus:

„Deshalb hat die Stichwahl meines Erachtens für Nierstein eine große Bedeutung und gerade deswegen bitte ich die Wähler, unbedingt zur Wahl zu gehen. Die Wähler müssen sich überlegen, ob sie die Stadt mit Ihrer Entscheidung voranbringen wollen oder Stillstand erzeugen durch Leute, die in allen wichtigen Fragen in den vergangenen 20 Jahren immer nur Nein gesagt haben.“

„Nein“ gesagt wurde meist zu Ihrer Politik, dagegen haben Sie und Ihre Räte konsequent nein gesagt zu den vielen Anträgen, die von der Wählergruppe NEU und der SPD über Jahre eingebracht wurden.

Nach dem Ende Ihrer Amtszeit werden Sie sich wohl kaum gänzlich aus dem politischen Geschehen zurückziehen; ich freue mich darum sehr auf die Fortsetzung unseres Dialoges.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Allmann

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