Leserbrief vom 11.05.2017

 

Viel leiser als in den 50ern

 
Ob die Rechtsauffassung der Stadt Nierstein oder die der Kläger vom OVG geteilt wird, bleibt abzuwarten. Unabhängig davon sind zwei zentrale Punkte in der Erwiderung Herrn Dr. Galois‘ erstaunlich: Er kann nicht wissen, sondern nur darüber spekulieren, wie laut es in den 50er Jahren auf dem Kasernengelände zugegangen sein mag, und er kann auch nicht wissen, sondern nur, basierend auf offensichtlich unzureichenden Gutachten, vermuten, dass die möglichen Lärmemissionen der Off-Road-Strecke weniger laut sein würden.

Selbst wenn dem so wäre, handelte es sich noch immer nicht um ein Argument. Warum sollte es die früher angeblich übliche Lärmbelastung rechtfertigen, die Menschen in Schwabsburg und weiteren Teilen Niersteins, in Dexheim und Kögernheim zukünftig nahezu einer Dauerbeschallung durch Motorengeräusche auszusetzen; und dies vor allem im wirtschaftlichen Interesse eines Investors?

Die durch Lärm verursachten gesundheitlichen Schäden waren in den 50er Jahren wohl kaum ein Gegenstand der Forschung und der öffentlichen Diskussion, und wer hätte gegen amerikanisches Militär Stellung bezogen? Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob der Jurist zugleich auch Schallgutachter ist, muss er sich doch offenbar lediglich einige Fotos anschauen, um zu wissen, welche Gebäude vom Schall betroffen sein würden und welche nicht. Beide Aussagen sind substanzlos und haben mit juristischer Analyse nichts zu tun, vielmehr aber mit Stimmungsmache im Sinne der Befürworter des Projektes.

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