Als Leitbild für NEU gilt: Wir wollen Natur und Landschaft in und um Nierstein pflegen und erhalten – wegen ihres eigenen Wertes, wegen ihrer Bedeutung als Lebensgrundlage für die Niersteiner/Schwabsburger BürgerInnen und für die künftigen Generationen. Das gilt auch wegen ihres Wertes als Zukunftskapital für Naherholung und Fremdenverkehr.

Dabei sind wir dem Leitgedanken einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, für die die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkte gleichrangig berücksichtigt werden müssen. Daran gemessen ist die bisherige Stadtpolitik zu einseitig auf Wachstum mit überdurchschnittlichem Flächenverbrauch ausgerichtet. Wir wollen ein größeres Gewicht auf ökologische Notwendigkeiten legen.

Diese umfassen:

  • Verringerung des Flächenverbrauchs,
  • sozial-ökologische Stadterneuerung und -revitalisierung,
  • Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt und ihrer Lebensstätten,
  • dauerhaftes Sichern von Vielfalt, Besonderheit, Schönheit und Erholungswert der heimischen Natur und Landschaft.

Der Landverbrauch ist eines der größten ungelösten Umweltprobleme in Deutschland, auch in Rheinland-Pfalz. Das gilt auch für Nierstein. Durch die Umwandlung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen in Bauland und die hierdurch eingetretene Bevölkerungsentwicklung hat sich der Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht.

Die Ausweisung neuer Baugebiete und die bisherige Attraktivität von Nierstein hat aber neben dem Verlust an (landwirtschaftlicher Nutz-)Fläche auch eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs und damit eine steigende Umweltbelastung zur Folge.

Welche Konsequenzen leiten wir daraus ab?

  • NEU lehnt eine weitere Ausweisung von Neubaugebieten auch unter Umweltaspekten ab.
  • NEU setzt sich dafür ein, dass der Stadtinnenentwicklung vor der Ortsrandentwicklung Vorrang eingeräumt wird.
  • NEU setzt sich dafür ein, die jetzt noch vorhandenen naturnahen Freiflächen und Baumbestände im innerstädtischen Bereich Niersteins zu erhalten. Sie dürfen nicht versiegelt und bebaut werden, denn sie sind wichtig zur Erhaltung der Lebensqualität, des Erscheinungsbilds und des Charakters der Stadt.
  • NEU wird auf bessere Voraussetzungen zum Bau von Energiespar- und insbesondere Passivhäusern drängen.
  • NEU wird sich dafür einsetzen, dass die vorhandenen Grünzüge am Roten Hang und im Ried von jeglicher Bebauung freigehalten werden.
  • Begründung: Wegen der Becken- und Tallage der Stadt gibt es in Nierstein vor allem bei Inversionswetterlagen schlechte Luftaustauschbedingungen. Daher ist Nierstein im Regionalen Raumordnungsplan als „bioklimatischer Bedarfsraum mit einem hohen Bedarf an Frisch- und Kaltluft“ ausgewiesen. Die Plateauflächen im Norden und Westen, von denen die benötigte Kaltluft einfließen kann, sind als „Grünzüge“ gekennzeichnet, die von Bebauung freigehalten werden sollen. Wir werden darauf drängen, dass diese Empfehlung im Interesse der Klimaerhaltung nicht verletzt wird.
  • NEU ist sich der Kulturlandschaft um Nierstein und Schwabsburg und der sich hier angesiedelten, z.T. sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten bewusst. Diese Ökosysteme sollen erhalten bleiben und geschützt werden.

Zu den wichtigsten Bereichen zählt NEU

  • die noch verbliebenen Gärten am Ortsrand, vor allem im Ried: Mit ihrer gestalterischen Vielfalt sind sie wertvolle Rückzugsgebiete für eine Vielfalt von Vogelarten.
  • die Weinhänge im Rotliegenden mit Terrassen und Trockenmauern: Sie bieten Lebensraum und Brutplätze u.a. für den sehr seltenen Steinschmätzer – NEU hat im Stadtrat einen Antrag zum Erhalt der Trockenmauern durchgesetzt. Wir haben auch erreicht, dass der Grünschnittlagerplatz der Stadt Nierstein mitten im Wingert aufgelöst wurde. Hier wurden von der Bevölkerung immer wieder große Mengen an Sperrmüll widerrechtlich abgelagert, den die Stadtverwaltung dann einmal im Jahr gegen alle Umweltauflagen verbrannt hatte.
  • die Plateauflächen mit Nussbäumen: Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch wichtige Lebensstätten vieler Vogelarten. Bestehende Bäume sollen erhalten bleiben und auf stadteigenen Flächen sollen neue Bäume gepflanzt werden.
  • der Flügelsbach als Landschaftsteil: Zwischen Nierstein und Schwabsburg wurde das Bachbett teilweise naturfern ausgebaut, wodurch es seine ökologische Bedeutung verlor. NEU fordert auch für diesen Abschnitt Renaturierungsmaßnahmen in Richtung Schwabsburg.
  • der Steinbruch: Sehr seltene Arten, z.B. der Uhu oder der Ölkäfer (größtes Vorkommen in Rheinland-Pfalz, möglicherweise sogar in Deutschland) finden hier ihren Lebensraum. NEU setzt sich für die Erhaltung dieses Lebensraumes ein und wird die Gestaltung eines Rundwegs am Rande des Steinbruchs anregen, der es Spaziergängern erlaubt, dieses einzigartige Refugium nah zu erleben, ohne die Tiere zu stören.
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