Nierstein, am 09.07.2016
 
Der Bauschutt auf dem Gelände der ehemaligen Dexheimer Kaserne ist mit Quecksilber belastet und muss als Sondermüll auf eine Deponie verbracht werden (die AZ berichtete).

„Wir sind sehr erfreut, dass die Kreisverwaltung nach über einem Jahr eine Entscheidung treffen konnte und hoffen, dass man „dranbleibt“, damit der Sondermüll nun endlich und ordnungsgemäß entsorgt wird,“ stellt Thomas Gehring, Fraktionssprecher der Wählergruppe fest. Und: „Nicht glücklich sind wir über den Verlauf der Aktion. Man hat den Eindruck, dass alle Beteiligten nur scheibchenweise und auf Grund öffentlichen Druckes die Fakten auf den Tisch legen.“

Nach Auffassung von NEU hat sich Investor Richters Aussage „nur ganz geringe Quecksilberbelastung, Lagerfläche nur 30 Quadratmeter, Mai und April wird abgefahren“ in allen Belangen als falsch erwiesen. „Heute wissen wir, dass das Material als Z2- bis Z3-Müll in die Deponie muss und die Halde auf mehrere tausend Tonnen geschätzt wird. Darüber hinaus hätten wir uns bei seiner „Vermietung von Lagerfläche an die verantwortliche Firma“ mehr Problembewusstsein gewünscht. Offensichtlich hat er weder gefragt noch geprüft, was gelagert werden sollte. Die 450 LKW-Ladungen auf das Gelände sind ebenfalls niemandem aufgefallen. Laut Kreisverwaltung darf kein Bauschutt auf das Gelände gebracht werden. Wir sehen da mindestens eine Verletzung der Sorgfaltspflichten“, stellt NEU-Stadtrat Felix Eitel fest.

Immer noch unklar ist der Wählergruppe, was es mit dem guten Dutzend Halden auf der anderen Seite der großen Halle auf sich hat, die zum Teil mit – inzwischen häufig zerfetzten – Planen abgedeckt sind. „Sorgfalt, Bürgernähe, Transparenz und Offenheit sehen anders aus“, stellt Gehring klar. Und weiter: „Thomas Günther hält sich trotz seiner Dreifachfunktion als Stadtbürgermeister, Kasernenbeauftragter und Mit-Gesellschafter der Rhein-Selz-GmbH auffallend zurück. Bisher wurde Günther lediglich mit der Aussage zitiert, dass er Herrn Richter schon vor einem Jahr und mehrfach gesagt habe, dass auf dem Gelände nichts abgelagert werden dürfe.“
„Nun soll er sich allerdings engagiert haben: Mit einer Beschwerde beim Innenministerium darüber, dass die Oppenheimer Polizeidienststelle immer noch in Sachen Kaserne ermittele“, wundert sich Gehring abschließend.

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