Nierstein, am 22.01.2019

Mit künstlich erzeugtem Zeitdruck versucht der amtierende Bürgermeister Thomas Günther, die amtierenden Stadträte unter Druck zu setzen, damit sie schnell eine der beiden neuen Varianten für die Bebauung des Kasernengeländes verabschieden. Doch: haben diese beiden neuen Varianten tatsächlich auch eine neue Qualität?

 „Offroad-Light“ entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als „Offroad-Heavy“:
Betriebszeiten, die in früheren Verhandlungen weit, weit enger gefasst waren, werden nun auf 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr ausgedehnt. Im BImSchG-Antrag, der auch jetzt noch den späteren Betrieb beschreibt, ließ Richter bereits die Hosen runter: SUV, ATV, UTV, Sandbuggys, Side-by-Side-Fahrzeuge – es wurde einfach alles beantragt. In der vorliegenden Regelung wird verharmlosend von vierrädrigen, nicht straßenzugelassenen Fahrzeugen gesprochen. Familie Richter würde „nur“ mit sechs Motorrädern an sechs Tagen die Woche fahren. Offen bleibt, wer zur „Familie Richter“ zählt, und wer in welcher „Mannstärke“ auf dem schlecht einzusehenden Gelände präsent ist, das zukünftig von einem neun Meter hohen Wall umgeben sein soll.
Es wird immer wieder vergessen, dass Herr Richter in der Vergangenheit dort mit drei straßenzugelassenen Motorrädern gefahren ist und dass DIESER Lärm zur Bildung einer BI geführt hat, also gerade keine nebulösen Befürchtungen, es KÖNNE Lärm geben

Das Mischgebiet auf der anderen Seite erweist sich bereits bei der Planvorstellung als vergifteter Apfel:
Hierfür muss der Bebauungsplan geändert werden und das dauere angeblich zwei bis zweieinhalb Jahre. In diesem Zeitraum würden aber die Zuschüsse für die Mehrzweckhalle (1,1 Mio. €) verfallen und das, so Günther, sei wohl kaum hinzunehmen.
Herr Günther, der sich über viele Jahre den Ruf erarbeitet hat, „dem Deibel vor die Hütt zu gehen“ kuscht vor einer Email der SGD-Süd, anstatt in gewohnter Manier dagegen vorzugehen. Man fasst es nicht.

Was bleibt?
Wir sehen, dass Herr Richter sein Herzensprojekt „Offroad-Strecke“ aufgibt, wenn „die Dollars stimmen“. Das ist der Weg, auf dem sich alle treffen müssen!

Der Stadtrat soll und muss sich die Freiheit nehmen können, die Positionen zusammen zu führen und weiter zu entwickeln – und die Bevölkerung dabei „mitzunehmen“. Mit gebotener Ruhe und Weitblick und die Zeit intensiv nutzend, denn man muss auch Herrn Richter nicht über Gebühr strapazieren. Er darf und soll dort Geld verdienen, aber nicht gegen die Interessen der Bürgerschaft! Hier endlich einen fairen Interessenausgleich herzustellen, muss alleinige Aufgabe des Stadtrates sein. Wir fordern alle Stadträte auf, sich dem künstlich erzeugten Druck nicht zu beugen und anstatt das „Nähen mit der heißen Nadel“ zu unterstützen, verantwortungsvoll zu handeln und sich mit der notwendigen Zeit der Lösung des Problems zu widmen!  Darüber hinaus: Im Juni konstituiert sich ein neuer Rat, dieser sollte seine Arbeit nicht gleich mit einer riesen Hypothek beginnen müssen.

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt!