Wenn am Montag im Stadtrat für ein Mischgebiet und damit gegen Offroad gestimmt wird, könne die Rhein-Selz-Park-Turnhalle nicht mehr saniert werden, befürchten VfR und Turnverein (die AZ berichtete).

FWGSPD

„Wir wissen um den großen Bedarf an mehr Hallenkapazitäten der Schwabsburger und Niersteiner Vereine und wollen hier auch so schnell wie möglich eine Lösung,“ erklären die Fraktionsvorsitzenden von  SPD, NEU und FWG unisono, „aber was nützt uns eine Halle, die „Spitz-auf-Knopf“ kalkuliert ist, möglicherweise ein Millionengrab wird und das an einem weit entfernten Standort. Wir sind den Steuerzahlern gegenüber verpflichtet und müssen die Sicherheit haben, dass diese Halle auch auf lange Sicht tragfähig ist. “

Wie die Fraktionen seit kurzem wissen, waren zwischenzeitlich für die Halle 3,1 Millionen € an Sanierungskosten veranschlagt. Die Kalkulation lief aus dem Ruder, sie wurde auf zwei Millionen herunter gerechnet, damit sie zuschuss- und vor allem zustimmungsfähig war. „Herr Günther operiert zum wiederholten Male mit falschen Zahlen, auch die angeblich bereits ausgegebenen gut 100.000 € hat der Beigeordnete Egid Rüger in der letzten Bauausschuss-Sitzung penibel ausgerechnet mit 64.000 € angegeben,“ ärgert sich NEU-Fraktionssprecher Thomas Gehring.

„Herr Günther hat für das ehemalige Kasernengelände einen schlecht ausgearbeiteten Bebauungsplan vorgelegt, den das Gericht kassiert hat. Sein Vorgehen gegen besseren Rat hat uns über zwei Jahre gekostet. Jetzt müssen wir zügig aber gründlich einen Plan aufstellen, der Bestand hat. Offroad- und Mischgebietslösung, beide benötigen Zeit für die Umsetzung. Das Mischgebiet sehen wir aber als die eindeutig sinnvollere Variante an,“ stellt Markus Frank, SPD-Fraktionsvorsitzender fest.

„Ich warne davor, Lärmgegner und Sportler gegeneinander auszuspielen. Wir müssen unbedingt beiden gerecht werden. Ein Hallenbau innerhalb des Ortsgebietes Nierstein ist bisher nie ernsthaft geprüft worden. Auch hier sind Zuschüsse möglich und Vorteile kurzer Wege insbesondere für junge Nutzer liegen auf der Hand. Das werden wir mit aller Energie angehen,“ schreibt Jochen Schmitt, Bürgermeisterkandidat der FWG den Fraktionen ins Stammbuch.

Die drei Fraktionen kündigen an, in Kürze alle Niersteiner und Schwabsburger Sportvereine und sonstige Nutzer von Hallenkapazitäten zu einer Gesprächsrunde einzuladen. Dabei sollen gemeinsam Alternativen entwickelt werden, um zeitnah eine wirklich sinnvolle Lösung zu verwirklichen.

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